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München

Verantwortlicher Autor: Theo Goumas München, 08.04.2022, 11:15 Uhr
Presse-Ressort von: Theodoros Goumas Bericht 4513x gelesen
Neues Rathaus
Neues Rathaus  Bild: Theo Goumas

München [ENA] In München steht ein Hofbräuhaus... sang, bzw. singt die Gruppe Spider Murphy Gang in einem ihrer berühmtesten Lieder, das jeder aus München und der Region kennt und bei jedem Volksfest inbrünstig mitsingt. Doch München ist mehr, sehr viel mehr und lässt sich nicht auf wenige Sachen reduzieren.

Aber nicht nur die Spider Murphy Gang hat ein Lied über München geschrieben, laut einer Recherche (https://www.radiogong.de/service/themen/muenchen-songs) gibt es 468 Lieder, die sich mit München befassen. Darunter gibt es bitterböse Songs wie "Die Stadt, die immer schläft" von Moop Mama, bis zur inoffiziellen Hymne "Solang der alte Peter". Die Münchner nennen die Stadt gerne ein Millionendorf, die Lokalpolitiker nennen sie Weltstadt mit Herz, unter dem ehemaligen Bürgermeister Christian Ude entstand der Slogan "München liebt dich", praktisch die umgekehrte Version von "I love New York". Begründung: Andere Städte nehmen, München gibt etwas zurück.

Viele Menschen lieben und viele Menschen hassen die Stadt, was man auch an den Lieder sieht und hört. Man kann schon sagen, dass die Stadt sich langsam zu einer Metropole entwickelt und den Charme des Millionendorfs allmählich hinter sich lässt. Früher, wo alles eh besser war, da gab es kaum Zuagroaste und jeder kannte jeden. Es gab die Schickis und die Mickis und auch die Adabeis und das gemeine Volk. Was an einem Tag geschah, stand am nächsten Tag in der Lokalpresse und davor wurde in einer der wenigen lokalen Radiostationen darüber berichtet. Jeder wusste über alles bescheid, die Stadt war überschaubar. Für manche ein Graus, andere blühten erst so richtig auf und fühlten sich in ihrem Element und liefen auf Hochtouren.

Damals, in der glorreichen Zeit bis etwa Anfang der 1990er, lebten ein Viertel Ausländer und drei Viertel meistens Einheimische in München. Damals sprach man überwiegend Dialekt und man war auch Stolz darauf. Deutsche, die des Dialekts nicht mächtig waren, verzweifelten oft und fühlten sich ausgegrenzt und die Ausländer, die in die Stadt zogen, lernten Dialekt und dachten es wäre Hochdeutsch. Irgendwie funktionierte alles ganz gut. Man war glücklich im Millionendorf und wollte auch nicht weg. Wohin und wozu denn auch? Seen, Berge, Flüsse, usw. in der Stadt oder vor der Tür, die niedrigste Kriminalitätsrate Deutschlands und in Nullkommanix ist man schon im Ausland.

In den 1990ern fing das Bild der Stadt sich langsam aber sicher zu wandeln. Zuerst kamen viele DDR-Bürger und Ausländer (Griechen, Jugoslawen, Albaner, etc.), die sich wunderbar integrierten, viele gingen, manche blieben, und um die Jahrtausendwende zogen immer mehr Deutsche aus anderen Bundesländern wegen der Arbeit oder zwecks Studium in die Stadt. Konsequenz ist ein großer Boom. Die Stadt wächst und platzt aus allen Nähten, der Verkehr bricht regelmäßig zusammen, das U-Bahnnetz wächst und wächst, es wird überall gebaut, Preise steigen in astronomische Höhen, sodass sich die Einheimischen ihre Stadt nicht mehr leisten können und Hochdeutsch hat den Dialekt verdrängt.

Nichtsdestotrotz, es ist immer noch eine wunderbare und angenehme Stadt zu leben. Die Isar, die quer durch München fließt, ist ein Magnet für alle möglichen Freizeitaktivitäten. Hinzu kommen die vielen Parks, schöne Straßen, die zum Flanieren einladen, viele Geschäfte, die zum Geldausgeben verleiten, die nahen Berge zur Erholung, viele Seen und sehr viele Sehenswürdigkeiten in und um die Stadt herum. Das Leben ist ein langer ruhiger Fluss könnte man meinen, aber hier gibt es irgendwie immer etwas zu tun, zu sehen und zu erleben. Das Kulturprogramm ist Spitzenklasse, zu Essen gibt es wirklich alles, es gibt so viele Museen und andere Sachen, die man besuchen kann und wenn einem langweilig ist, der kann einfach durch ein Viertel laufen.

Durch einen Stadtteil zu laufen, ist sehr schön und sehr interessant. In den meisten Gegenden gibt es sehr viele schöne Gebäude zu bestaunen, durch manche fließen Bäche und Parks gibt es ohnehin fast überall. Es gibt aber auch legendäre Ugly-Munich-Tours, die durch besonders häßliche Ecken der Landeshauptstadt führen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Außer dem eingangs erwähnten Hofbräuhaus, was ein Magnet für Touristen aus der ganzen Welt ist, sollte man sich auch andere Lokale anschauen und ausprobieren. Der Hohenwart in Giesing z.B. war Kulisse für den Film "Herr Ober". Aus Filmen kann man sich Ideen für eine Tour aussuchen, die in keinem Reiseführer stehen, so kommt man zu einem anderen Münchenerlebnis.

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