Dienstag, 05.07.2022 23:42 Uhr

Hurghada

Verantwortlicher Autor: Theo Goumas Hurghada, 14.03.2022, 21:53 Uhr
Presse-Ressort von: Theodoros Goumas Bericht 6344x gelesen

Hurghada [ENA] Hurghada ist sehr vielen Leuten ein Begriff. Viele waren schon mal da, viele davon sogar schön öfter, andere träumen davon mal hinzufliegen. So auch ich. Die Fragen, die sich erheben, lauten: 1. Ist es wirklich so schön dort? 2. Lohnt es sich die Mühe zu machen, dahin zu fliegen? 3. Wann ist die beste Jahreszeit? Und viele andere mehr wahrscheinlich. Hier gehen wir diesen und noch mehr Fragen auf den Grund.

Wenn der Winter in Deutschland kalt, grau, schneereich und greißlich ist, dann träumt man davon in den nächstbesten Flieger zu steigen und einfach wegzudüsen. Dabei helfen irgendwelche Bilder von Sonne, Meer, Palmen und Traumstränden, die man im Kopf, aus irgendwelchen Gründen hat und wenn man jetzt noch die nötige Zeit und Lust hat, sitzt man auch schon im nächstbesten Flieger nach Hurghada. Der Januar bietet sich mit seinen günstigen Preisen eh an und liegt außerdem noch zeitlich gelegen mitten im Winter. Einige kalte Monate sind schon vergangen und bis es hierzulande wieder soweit ist, dass man seine Wadeln zeigen kann, kann es durchaus noch Monate dauern. So bucht man dann eine Woche oder zwei und fliegt in die Sonne.

Das mit dem Buchen und dem Fliegen ist so eine Sache. Und wieso eigentlich Hurghada und nicht ein anderer Ort? Nun, Hurghada ist der größte Touristenort am Roten Meer und wird seit den 1980ern ständig erweitert. Was einstmals ein Fischerdorf war, ist jetzt ein Paradies für Taucher und Pauschaltouristen. Auch in den oberen Preissegmenten gibt es sehr viele Angebote und für die dünne Schicht ganz oben in der nach oben offenen Einkommensskala, wurden ein neuer Yachthafen und einige ganz feine Adressen gebaut. Selbstverständlich nicht ganz öko, aber was soll's! Woher der Name des fast 200.000 Seelen Ortes kommt, weiß eigentlich keiner so genau. Die Meinungen gehen auseinander. Entweder von einer Baumart oder einem nahegelegenen Wüstengebiet.

Das Positive an Hurghada ist, dass man da immer hinfliegen kann, egal welche Jahreszeit grad ist. Und weil viele sich denken im Winter sei es warm, fliegen sie halt im Winter dahin und wundern sich über die niedrigen Temperaturen gerade in der Nacht. Das erste blaue Wunder erlebt man jedoch bei der Buchung. Obwohl man sommers wie winters dahin fliegen kann, gibt es, zumindest von München aus, keinen Direktflug nach Hurghada, aber einen zurück nach München. Wie kann das sein? Bei einen so populären Reiseort, sollte man meinen, würden sich die Airlines mit Angeboten überschlagen, leider ist dem nicht so. Es fliegt nicht die Lufthansa, sondern Edelweiß im Auftrag der Kranichlinie.

Dazu gesellen sich ein paar andere Fluglinien, von denen man nie etwas gehört hat, wie Air Cairo oder Pegasus, etc. Und wenn man etwas Glück hat und im richtigen Monat fliegt, dann erwischt man einen Direktflug mit Condor hin- und zurück. Ansonsten fliegt man mit einem Stopp oder zwei über sonst wohin mit Turkish Airlines, Egypt Air, Swiss, etc. Vorteil bei den großen Airlines ist, dass man nicht unbedingt Holzklasse fliegen muss, gerade wenn der Flug weit mehr als 7 Stunden dauert (inklusive Stopps) und man mitten in der Nacht landet oder abhebt. Wenn man Pauschal bucht, hat man diese Option nicht. Bei den Hotels und Resorts gibt es auch ein sehr großes Angebot und für jeden Geschmack und Geldbeutel ist etwas dabei.

Wenn man separat bucht, hat man die Möglichkeit im Hotel oder Resort (meistens nicht im Luxussegment) All-Inklusive zu logieren. Was dann für mehrere Überraschungen sorgt: 1. Man muss sich an feste Zeiten halten, 2. man isst mit Hunderten anderen zusammen und 3. das Essen ist nicht immer gut. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand: Man spart sich Zeit mit der Essenssuche und muss sich auch keine Gedanken machen, was man essen möchte. Es gibt fast jeden Tag etwas anderes. Was ich zumindest beim Arabia Azur Resort, wo ich eine Woche über war, gesehen und sehr geschätzt habe, obwohl es etwas genervt hat, ist, dass es keine Selbstbedienung gibt. So vermeidet man weggeworfenes Essen.

Man sagt dem Personal was man haben möchte und reicht seinen Teller über die Theke. Allerdings wird er nicht voll gemacht, weil sich das Personal denkt, der Tourist möchte bestimmt auch was anderes probieren. Wenn aber der Tourist nicht so experimentierfreudig ist und nur ein bestimmtes Gericht haben möchte, dann muss er darum bitten den Teller einigermaßen voll zu machen. Auch bei den Getränken gibt es keine Selbstbedienung. Man setzt sich an einen Tisch und bestellt beim Personal und keine Minute später ist das Getränkt schon am Tisch. Es gibt verschiedene Gerichte zur Auswahl, lokale und internationale Küche, aber nicht immer schmeckt es und nicht immer ist es gut gekocht. Man kennt es von der Kantine daheim könnte man sagen.

Bei der Auswahl der Unterkunft sollte man sich auch Zeit lassen und wenn es finanziell geht, etwas mehr ausgeben. Ich habe mich für das Arabia Azur auf folgenden Gründen entschieden: Großer Pool mit Bahnen, große Zimmer mit schönem Ausblick, Strandlage, 2 Lagunen direkt im Resort, diverse Freizeitmöglichkeiten, Spa, 24-Stunden-Rezeption, nicht weit vom Zentrum entfernt und preislich eher im mittleren Segment. Mein Zimmer hatte einen wunderschönen Ausblick auf Pool, Palmen und Meer, dafür war es zumindest stundenweise etwas laut, weil der dj gegenüber für Stimmung sorgte. Das Personal ist sehr freundlich und zuvorkommend und man kann im Resort wunderbar entspannen und alles ist sehr sauber und organisiert.

Das mit dem Entspannen war auch ein wichtiger Grund für die Wahl dieses Resorts. Viele Gäste kommentierten damit und da ich als Alleinreisender entspannen wollte, habe ich es schließlich auch gebucht. Kleiner Tipp: Wenn man über Revolut Aufenthalte bucht, gibt es Cashback und man spart sich etwas. Der Strand an sich ist jetzt kein Traum in weiß unter Palmen, d.h. Palmen gibt's da schon ein paar, aber eben kein Traumstrand, eher etwas gelbliches steiniges mit etwas Sand. Dafür ist das Meer schön, sauber und klar, aber etwas frisch im Winter. Frisch ist auch das Wasser des Pools und das Wetter generell. Es war fast jeden Tag sehr windig und man brauchte lange Kleidung und nachts die Heizung (Ende Februar/Anfang März).

Die Stadt an sich hat auch nichts zu bieten. Wenn man den Lonely Planet aufschlägt, wird unter Sehenswürdigkeiten nur die Marina erwähnt. Wikipedia erwähnt zumindest noch ein Kloster und die Koptische Kirche, die ich auch besucht habe. Die Stadt gleicht einer riesigen Baustelle. Überall wird gebaut, egal ob Häuser, Straßen, Hotels, etc. Dadurch ist es auch sehr staubig. Ich bin 2 Mal eine große Runde, von jeweils 12,5 km gegangen, um mir die Stadt anzuschauen. Im Süden und Norden befinden sich die Hotels und die Resorts und in der Mitte ist das Zentrum und die Wohngegenden der örtlichen Bevölkerung. Die Gebäude sind ziemlich hoch und im arabischen Stil und sanften Tönen gehalten.

Das Geschäftsviertel ist zwar einen Besuch wert, aber auch sehr staubig, heruntergekommen und nicht der Rede wert. Für alles muss man kräftig verhandeln. Dort findet man auch Souvenirs. Nur Touristen habe ich kaum gesehen. Die Geschäftsinhaber schwärmen aus und kommen auf dich zu und versuchen mit allerlei Tricks alles mögliche zu verkaufen. Da sollte man sich gekonnt entfernen oder gut verhandeln können. Cash is King, Cards are out lautet die Devise. Wenn man keine Ägyptische Pfund bei sich hat, kann man auch mit Euro oder US-Dollar bezahlen. Und dort in der Nähe befindet sich auch die Koptische Kirche und auf dem Weg dahin kann man sich an einem der vielen Restaurants kulinarisch stärken.

Das Ein- und Ausreisen ist etwas nervenaufreibend und zeitintensiv. Nach der Landung in Hurghada, kommt man zuerst an einem Tisch vorbei, wo man seinen Test, Genesenen- oder Impfzertifikat zeigt. Dann geht's weiter zum Schalter fürs Visum. Wenn man keins hat, kriegt man eins für 25 EUR/USD vor Ort. Dabei wird auch der Ausweis kontrolliert. Dann geht's ein paar Schritte zur eigentlichen Passkontrolle, wo Pass und Visum aufs Gründlichste kontrolliert werden und es werden viele Fragen gestellt. Wenn man jetzt denkt, die Tortur wäre vorbei, irrt man sich gewaltig. Kaum um die Ecke gebogen, sitzt ein Mann auf einem Stuhl, der Pass und Visum sehen möchte. Erst dann geht's zu den Gepäckbändern.

Das Gepäck steht in der Zwischenzeit da und man will endlich raus, darf aber nicht, denn zuerst muss das Gepäck gescannt werden, Pass und Visum werden wieder kontrolliert, es werden wieder Fragen gestellt und dann wird der Koffer auch noch geöffnet. Währenddessen wartet der Fahrer vom Hotel draußen in der Kälte. Erst danach ist man frei zu gehen und glaubt es kaum. Man hat's endlich geschafft!

Beim Abflug ist es ähnlich. Nur ein Eingang des Flughafens darf benutzt werden. Da steht ein Mann mit einer Liste und fragt nach Flugnummer und Gesellschaft und will ein Ticket und den Pass samt Visum sehen. Dann darf man rein und scannt sein Hab und gut und zieht dabei die Schuhe aus. Dann wird der Koffer bzw. das Handgepäck geöffnet und kontrolliert und man muss sich in einem Buch eintragen. Erst danach geht es zum Check-in. Elektronisch einen Tag vorher geht es nicht. Dort gibt man den Koffer ab und bekommt seine Boardingkarte und dann geht es durch die Pass- und Visumskontrolle, wo man schon vorher einen Zettel mit Flugnummer, usw. ausgefüllt haben und dort abgeben muss.

Danach folgt erneutes Scannen und Schuhe ausziehen und Handgepäck öffnen und sich im Buch eintragen und Pass und Visum vorzeigen. Aber danach ist man wirklich fertig. Wenn man jetzt aufs Klo möchte, muss man bereit sein Trinkgeld zu geben. Auch wenn man weit nach Mitternacht fliegt, sind viele Geschäfte geöffnet und man kann allerlei Sachen kaufen. Wenn man dann einige Stunden später immer noch mitten in der Nacht in Istanbul landet, glaubt man seinen Augen kaum. Die Uhr zeigt kurz vor 4 in der Früh, der Flughafen ist voller Menschen und alle Geschäfte sind geöffnet. Mein Weg führt mich in die Lounge, eine der besten, die ich kenne.

Fazit der Reise nach Hurghada: Es ist kein unbedingt schöner Ort, man kann da wunderbar tauchen und entspannen und im Winter ist es eher frisch. Besser wird es ab Ende März, Sommer sollte man vermeiden und erst ab Mitte September wieder hinfliegen. Bis Weihnachten ist es angenehm und das Wasser warm. Internet auf dem Zimmer kostet extra, auch bei den feinen Adressen, und ist nicht schnell. Mobiles Internet ist sehr viel besser und schneller. Dazu kann ich Flexiroam X empfehlen. Vorher App herunterladen und sich damit vertraut machen. Da Hurghada nichts zu bieten hat, kann man sich die wenigen Sehenswürdigkeiten an einem Tag ansehen und dann eine Reise nach Luxor buchen. Früh hin, abends zurück.

Oder man bleibt im Resort und nutzt das Angebot gnadenlos aus. Es gibt da alles Mögliche. Auch Tauchschulen, wo man den PADI machen kann. Da das Angebot variiert, sollte man sich am Besten danach richten und buchen. Viele Extradienste, wie Massagen, sind da viel günstiger als zu Hause (4 Stunden = 100 Euro im Arabia Azur). Auch für Nachtschwärmer gibt es in Downtown Hurghada nichts, dafür amüsiert man sich im Hotel an den Bars und eigenen Clubs.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.